von kruemel
Die Grünen haben ihre Buttons wieder entdeckt. Statt „Atomkraft? Nein danke!“ heißt es jetzt „Kohlekraft? Nein danke!“ Sehr originell. Dass die heutige junge Generation sich überhaupt noch an die Nein-Danke-Buttons erinnert, obwohl sie damals noch nicht das Grün der Welt erblickt hatten, erklärt sich wie jedes andere Geheimnis der Jugend mit einem Wort: Internet. Schließlich gibt es YouTube, und schließlich gibt es die bösen Leute, die Fernsehsendungen mitschneiden und dann ins Internet stellen. So auch geschehen mit dem TV Total-Quiz Superbrain. Eine Zusammenstellung der wirklich dümmsten Antworten gibt es in einem fünfminütigen Video. Um die Kandidaten noch mehr durch den Kakao zu ziehen, werden weitere Späße mit der Antwort gezeigt. So findet sich dort auch ein Herr, der meint, auf den oben genannten Buttons würde „Atomkraft nein nein!“ stehen. Das Video ergänzt: „Richtig! Des Weiteren gab es Buttons mit Frisöre sind voll doof, Waschen ist nicht so gut und Müsli Müsli Mjam Mjam Mjam.“ Seit diesem Video sind diese Sprüche also auch in der Jugendkultur angelangt, und da ja der Ausgangsbutton tatsächlich von den Grünen kam, heiße ich neuerdings unter Leuten, die meine grüne Weltanschauung kennen, „Müsli“.
„Als Müslis oder abwertend Müsli- bzw. Körnerfresser werden in Deutschland alternativ lebende Menschen bezeichnet.“, sagt schon Wikipedia. Eine andere, hübschere Definition ist: „Müslis waren in den 70/80 Jahren schon von weitem zu erkennen: Sie hatten lange, glatte Haare, waren schwer auf ein Geschlecht festzulegen, trugen gern selbstgestrickte Wollpullover und – ein absolutes Muß: Birkenstocksandalen! Designerklamotten und Konsum überhaupt waren absolut verpönt, man trug seine Kinder ständig in Tüchern mit sich rum, diskutierte alles bis zum Erbrechen und trank dazu Mengen an Tee. Hasch war manchmal dabei, war aber kein Muß! Man lebte unbedingt in einer Wohngemeinschaft – möglichst mit vielen Kindern, studierte entweder auf Sozialarbeit-oder pädagogik oder auf Lehramt und wurde damit so schnell auch nicht fertig! Statt Auto fuhr man Fahrrad und bentzte auf gar keinen Fall einen Weichspüler für die Wäsche. Frau rasierten sich weder die Achseln noch die Beine und Nagellack war schlicht undenkbar. Man ernährte sich gesund biologisch und kaufte in Naturkostläden. Zusammengefaßt: Man war umweltbewußt, sanft und friedlich und glaubte, es gäbe in dieser Welt noch andere Werte als Geld und Macht.“
Interessant ist auch die Ausführung auf Stupidedia. Dass ein Freund aus dem rechten Flügel der SPD mich so einschätzt, finde ich äußerst amüsant, und so ist „Müsli“ inzwischen zu meinem dritten Spitznamen geworden; nach Krümel und Söän. Ich rechne mich zwar eigentlich eher dem realpolitischen Flügel zu, aber originell ist es trotzdem. Und ich esse ja wirklich gerne Müsli.
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Eigentlich wollte ich hier aber über meinen politischen Status berichten. Gestern wurde mein Bruder in den Vorstand der Grünen Wiesbaden gewählt, und auch ich strebe ein Amt an. Ende November werde ich mich von den Grünen als Ortsbeiratskandidat für die Kommunalwahl 2009 aufstellen lassen. Mit 18 Jahren in den OBR Hartenberg-Münchfeld zu kommen, wäre schon eine feine Sache.
Viel mehr Zeit investiere ich aber zur Zeit in die LandesschülerInnenvertretung, die ich in diesem Schuljahr auf Bundesebene vertrete. Aber das wäre an sich schon einen eigenen Post wert.
Ich habe nie gesagt, dass ich dich so sehe wie es in dem Stupidedia Artikel dargestellt wird.
Zweifellos jedoch mag ich das Wort „Müsli“ gerne, einfach weil es so schön sarkastisch gemeint ist. Immerhin würde ich auch von niemandem, der mich „rote socke“ oder sonst wie nennt, denken, dass er das Bild eines Linksidealisten von mir hat :-)
Da fällt mir ein, wo ich jetzt endlich mal den Artikel wirklich zu Ende gelesen habe: Wie viel Zeit hast du bisher eigentlich in die Arbeit der LSV gesteckt ?! Nich so viel,oder ?
In diesem Sinne einen
Rot-Grünen Gruß
Christian
Was ist denn hier überhaupt passiert? Sieht ja so anders aus. Wo ist unsere Wunderbare Mutter an der Tür vom Fanprojektbus auf der Stuttgart fahrt? Naja, so ganz in weiß ists auch mal nett.
Die Beschreibung der „Müslis“ ist dir genial gelungen. Wenn man das so liest fühlt man sich direkt aufs Open Ohr versetzt!
Leider kann ich Dich ja nicht wählen! :-(
Ich drück Dir aber die Daumen.
LG
Benjamin